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Matthias Bohn über den Iran-Krieg und den Ölschock

Matthias Bohn war zu Gast beim Börsenradio und redete mit Peter Heinrich über den aktuellen Krieg im Iran und den Ölschock als Folge der Schließung der Straße von Hormus durch den Iran.

Mit Beginn des Iran-Kriegs hat Teheran beschlossen, die Straße von Hormus zu sperren, und damit gedroht, Schiffe zu versenken, die die Passage dennoch nutzen. Infolgedessen ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen. Dadurch fehlen derzeit täglich etwa 10 bis 15 Millionen Barrel Öl auf dem Weltmarkt. Der Ölpreis reagierte entsprechend stark und stieg in der Spitze um rund 80 Prozent auf etwa 120 US-Dollar an. Zwar wird ein erheblicher Teil dieser Angebotslücke aktuell durch die Freigabe strategischer Reserven sowie durch Lieferungen aus der russischen Schattenflotte kompensiert, jedoch ist diese Lösung nicht dauerhaft tragfähig. Sollte bis Ende April keine Lösung gefunden worden sein, ist davon auszugehen, dass sich die Angebotsverknappung weiter verschärft.

Wurde Trump nach Venezuela zu selbstsicher?

Trump dürfte sich den Iran-Krieg nach seinem schnellen Erfolg in Venezuela deutlich einfacher vorgestellt haben. Es zeigt sich nämlich, dass der Iran versucht den Krieg in die Länge zu ziehen, im Bewusstsein, dass Trump bzw. die Republikaner einen langwierigen Konflikt politisch nur schwer durchhalten können.

Vor allem die geringe Unterstützung in der US-Bevölkerung setzt Washington unter Druck. Spürbar wird der Krieg für viele Amerikaner insbesondere an der Zapfsäule, da die Energiepreise infolge der angespannten Lage rund um die Straße von Hormus deutlich gestiegen sind. Mit Blick auf die anstehenden Midterm-Wahlen im November ergibt sich daraus eine strategische Ausgangslage für den Iran: Durch die fortgesetzte Blockade der Straße von Hormus und die damit verbundenen hohen Ölpreise kann Teheran gezielt wirtschaftlichen und vor allem auch politischen Druck aufbauen. Steigende Benzinpreise könnten die innenpolitische Unterstützung für die Regierung weiter schwächen und damit indirekt den Republikanern bei den Wahlen schaden.

Warum der Markt dem Iran-Krieg trotzt

Inzwischen hat sich der Markt jedoch wieder deutlich erholt. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem die vereinbarte Waffenruhe sowie die Aufnahme direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Offenbar gehen viele Marktteilnehmer weiterhin davon aus, dass Trump diese Krise – ähnlich wie den Handelskonflikt im April – vergleichsweise schnell durch einen Deal entschärfen kann. Diese Erwartung stützt aktuell die Kurse. Sollte es jedoch zu keiner Einigung kommen und die Straße von Hormus nicht zeitnah wieder geöffnet werden, dürfte sich die Stimmung rasch eintrüben. In diesem Fall geraten die Aktienmärkte erneut unter Druck, während die anhaltende Verknappung des Ölangebots zunehmend spürbare Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft hätte.

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