P&S CyberSecurity VV: Anthropic belastet die Software Aktien
Die P&S CyberSecurity VV schloss das erste Quartal 2026 mit einem moderaten Rückgang von knapp 4,5 % ab. Belastet wurde das Portfolio primär durch die allgemeine Schwäche im Software-Sektor. Hintergrund dieser Entwicklung sind die jüngsten Fortschritte bei Anthropic, der Firma hinter dem KI-Modell Claude. Dies verstärkt marktweit die Sorge vor einer KI-gestützten Disruption etablierter Software-Geschäftsmodelle.
In der Spitze verzeichnete der iShares Software ETF seit Jahresbeginn einen Rückgang von fast 30 % auf Euro-Basis (siehe Abbildung 1). Speziell zwei Veröffentlichungen von Anthropic waren besonders relevant für den Cybersecurity-Sektor.
Am 20. Februar kündigte Anthropic die Einführung eines neuen Tools zur automatisierten Identifikation von Sicherheitslücken in Quellcodes an. Wie Abbildung 1 verdeutlicht, reagierten Cybersecurity-ETFs auf diese Nachricht mit deutlich stärkeren Kursabschlägen als der breite Software-Sektor.
Ein weiterer Abverkauf bei Cybersecurity-Titeln folgte auf Berichte, wonach Anthropic an einem deutlich leistungsfähigeren Modell namens „Mythos“ arbeitet. Dieses soll den Kunden sukzessive zur Verfügung gestellt werden und Gerüchten zufolge Cyberangriffe sowie damit verbundene Risiken in bisher ungekanntem Ausmaß ermöglichen. Spätestens an diesem Punkt erscheint die Marktreaktion paradox: Steigen die Gefahr und die Komplexität von Cyberattacken, müsste dies zwangsläufig die Nachfrage nach entsprechenden Abwehrmechanismen erhöhen, was fundamental ein positives Szenario für Cybersecurity-Aktien darstellen würde.
Unserer Ansicht nach ist die Panik im Software-Bereich zwar bei manchen Werten gerechtfertigt, bei anderen hingegen nicht. Speziell im Cybersecurity-Bereich sehen wir in naher Zukunft keinen Grund zur Sorge und halten es für unwahrscheinlich, dass Firmen sich gegen Cyberangriffe mit rein KI-programmierter Software schützen. Gleichzeitig wird KI aber weiterhin in bereits bestehende Software integriert werden und so den Schutz weiter erhöhen.
P&S CyberSecurity VV vs. ETFs
Trotz des Rückgangs in der P&S CyberSecurity VV von 4,5 % im ersten Quartal bewerten wir das Ergebnis, insbesondere im aktuellen Marktumfeld und relativ zu den Vergleichs-ETFs, als gut. Vier der fünf Cybersecurity-ETFs, die in Abbildung 1 ebenfalls zu sehen sind, verzeichneten in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 zweistellige Verluste (basierend auf XETRA-Schlusskursen). Wie Abbildung 1 verdeutlicht, besteht aktuell natürlich eine hohe Korrelation zwischen dem Software-Sektor und den Cybersecurity-Werten, jedoch konnten sich Letztere im schwierigen Marktumfeld insgesamt besser behaupten. Unterstützt wurde die Performance in diesem Quartal außerdem durch den US-Dollar, der gegenüber dem Euro um rund 1,6 % zulegte und somit einen positiven Beitrag in unserem US-lastigen Portfolio leistete.

Unser Produkt:
Die Cybersecurity VV
Bei der P&S CyberSecurity VV handelt es sich um eine Vermögensverwaltung die ausschließlich in Aktien aus dem Bereich der Cybersecurity investiert. Ziel ist es somit am weiteren Wachstum dieser Branche direkt zu profitiern.
Performance der einzelnen Werte in der P&S CyberSecurity VV
Nur wenige Werte haben das vergangene Quartal im Plus beendet (siehe Abbildung 2). Die Zuwächse bei F5 und VeriSign sind dabei zu vernachlässigen, da diese Titel im Rahmen einer Umschichtung nur wenige Tage zu Quartalsbeginn im Portfolio verblieben. Besonders hervorzuheben ist die Performance von Fortinet: Trotz eines hohen Software-Anteils am Gesamtumsatz konnte die Aktie in diesem schwierigen Marktumfeld um fast 5 % zulegen. Zudem profitierte das Portfolio von den Positionen in Netscout (+19,44 %) und Cisco (+2,95 %). Als hybride Anbieter, die sowohl Hardware als auch Software entwickeln, erwiesen sie sich gegenüber dem allgemeinen Software-Abverkauf als deutlich resistenter.

Clear Secure (+45,13 %) ist vor allem für seine Lösungen im Bereich Identitätsmanagement bekannt, insbesondere für biometriebasierte Verifizierungsverfahren. Die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens ist der Dienst CLEAR+, der es Reisenden ermöglicht, die Identitätsprüfungen an Flughäfen deutlich zu beschleunigen und somit Warteschlangen zu umgehen. Inzwischen hat Clear Secure seine Aktivitäten auch auf weitere Bereiche ausgeweitet, darunter z.B. das Gesundheitswesen. Nach einem starken Quartal sowie einem überzeugenden Ausblick konnte die Aktie deutlich zulegen. Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Unternehmen durch den anhaltenden Teil-Shutdown in den USA: Aufgrund fehlender finanzieller Mittel standen weniger TSA-Mitarbeiter zur Verfügung, was im März zu erheblich längeren Wartezeiten an Flughäfen führte. In diesem Zusammenhang stieg die Nachfrage nach CLEAR+ deutlich an. Die App wurde im März rund 289.000 Mal heruntergeladen, etwa dreimal so häufig wie im Durchschnitt.
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