Matthias Bohn beim Börsenradio: Das können wir vom Fear and Greed Index lernen
Matthias Bohn war zu Gast beim Börsenradio und sprach mit Andreas Groß unter anderem über den Fear-and-Greed-Index.
Der Fear and Greed Index von CNN ist ein Stimmungsbarometer für den Aktienmarkt (siehe Abbildung 1). Er bewegt sich auf einer Skala von 0 bis 100, wobei ein Wert von 0 für extreme Angst und ein Wert von 100 für extreme Gier unter den Marktteilnehmern steht. Der Index basiert auf sieben objektiven Marktindikatoren, die gemeinsam die aktuelle Stimmung an den Finanzmärkten widerspiegeln sollen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem das Marktmomentum oder die Put/Call-Ratio.

Niedriger Stand des Fear and Greed Index bei hohen Indexständen am Markt
Derzeit notiert der Fear & Greed Index bei 30 Punkten und signalisiert damit eine von Angst geprägte Marktstimmung. Gleichzeitig sind Indizes wie beispielsweise der S&P 500 oder der Nasdaq 100 nur wenige Prozentpunkte von ihren Höchstständen entfernt. Kann das passen?
Matthias Bohn hat die einzelnen Komponenten des Fear & Greed Index noch einmal im Detail analysiert. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass zumindest zwei der sieben zugrunde liegenden Indikatoren aus seiner Sicht derzeit eine gegenteilige Aussage liefern, als sie im Index berücksichtigt werden. Selbst wenn man diese beiden Indikatoren bereinigen würde, läge der Gesamtindex jedoch weiterhin nicht im Bereich der extremen Gier.
Der aktuelle Indexstand von 30 wirft daher die Frage auf, welche Rückschlüsse Anleger daraus ziehen sollten. Aus Sicht von Matthias Bohn spricht die derzeitige Stimmung eher dafür, dass an den Aktienmärkten noch weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden sein könnte, obwohl viele Marktteilnehmer inzwischen die Haltung einnehmen: „Wie viel weiter kann es überhaupt noch steigen?“
Besonders aufmerksam wird Bohn, wenn der Fear & Greed Index den Bereich der extremen Gier erreicht und die Aktienmärkte gleichzeitig in der Nähe ihrer Höchststände notieren. Dies wertet er als mögliches Warnsignal für eine erhöhte Rückschlagsgefahr. Phasen extremer Angst sieht er hingegen häufig als potenzielle Kaufgelegenheiten.
Exzesse am Markt sichtbar
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Auch wenn der Fear and Greed Index gerade kein alarmierendes Level erreicht hat, ist sich Bohn dennoch der Exzesse am Markt bewusst. So ist beispielsweise der US-Halbleiterindex im zweiten Quartal des Jahres um 87 % Prozent angestiegen. Ähnlich starke Anstiege gab es zuletzt während der Dotcom-Blase. Im Interview erläutert Bohn in diesem Zusammenhang das Prinzip des „Schweinezyklus“. Zudem gibt er seine Einschätzung dazu, welche Bereiche des Marktes derzeit für ihn interessant erscheinen.
Viel Vergnügen beim Reinhören!
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