Experteninterview: Family Offices in Deutschland

 

Matthias Bohn, Vorstand der P&S Vermögensberatungs AG

Herr Bohn, was ist eigentlich ein Family Office?
Ein Family Office bezeichnet eine Gesellschaft mit dem hauptsächlichen Zweck, das Vermögen einer oder mehrerer Privatpersonen oder Familien zu verwalten. Nach der Gründung wird meist direkt das Schlüsselpersonal rekrutiert, das mit der umfassenden strategischen Verwaltung des Unternehmens-, Familien- und Privatvermögens betraut wird. Somit ist ein Family Office eigentlich ein Dienstleistungsunternehmen, das sich meistens im Privatbesitz der Vermögensinhaber befindet.

Was unterscheidet ein Single Family Office (SFO) von einem Multi Family Office (MFO)?
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Form eines Single Family Office (SFO) und einem Multi Family Office (MFO). Der Unterschied zwischen beiden ergibt sich aus der Anzahl der betreuten Familienvermögen. Ein Single Family Offices wird von einer Familie oder einem Vermögensinhaber gegründet. Multi Family Offices (MFOs) sind hingegen für mehrere Familien bzw. Vermögensinhaber tätig. MFOs werden entweder von mehreren vermögenden Privatpersonen gemeinsam gegründet, oder sie sind bei Banken oder sonstigen externen Dienstleistern angesiedelt.

Wieviele Family Offices gibt es in Deutschland?
Das Institut für Familienunternehmen schätzt, dass es in Deutschland etwa 350 bis 450 Single Family Offices gibt. Damit sich ein professionelles SFO wirklich lohnt, sollte man man über Vermögen im dreistelligen Millionenbetrag verfügen. Anders sieht es bei den Multi Family Offices aus. Hier ist die Lage etwas unklarer. Man schätzt, dass es in Europa etwa 2.000 MFOs gibt, die im Schnitt etwa zehn bis 15 Kunden betreuen. Das Portfolio eines durchschnittlichen Kunden beläuft sich dabei schätzungsweise auf 20-50 Mio. US-Dollar.

Was genau ist die Kernaufgabe eines Family Offices?
Ein Family Office berät Vermögensinhaber bei der strategischen Steuerung des Vermögens und organisiert und verwaltet die Vermögensanlage. Das übergeordnete Ziel eines Family Offices ist es, Vermögen zu erhalten und zu mehren. Im Vordergrund steht dabei in der Regel der Kapitalerhalt, gefolgt vom Ziel einer soliden Rendite sowie einem konstanten Cashflow.

Family Offices arbeiten meist mit einer Vielzahl an Vermögensverwaltern zusammen. Warum eigentlich?
Der hauptsächliche Grund ist relativ einfach zu erklären: Es geht um die Vermeidung eines “Klumpen-Verwalterrisikos”. Ein Family Office stimmt meist mit dem Vermögensinhaber eine allgemeine mittel- und langfristige Anlagestrategie ab – und sucht dann nach den passenden Vermögensverwaltern zur Umsetzung der Strategie. Family Offices achten dabei natürlich auf eine angemessene Risikostreuung auf der Ebene der Vermögensverwalter – und nicht nur auf der Ebene der Einzeltitel, in die letztlich investiert wird.

Worauf achten Family Offices sonst noch bei der Auswahl geeigneter Vermögensverwalter?
Zunächst stehen ganz wichtige Aspekte im Vordergrund: Die Strategie, das Risikomanagement sowie die Verlässlichkeit des Vermögensverwalters, eine Strategie auch in schwierigen Zeiten verlässlich umzusetzen.

Nehmen wir an, ein Family Office hat sich für eine Auswahl an Vermögensverwaltern entschieden. Was passiert dann?
Die ausgewählten Vermögensmanager setzen die gemeinsam vereinbarte Strategie um und pflegen im besten Fall einen engen Kontakt zum Family Office, welches wiederum die Strategien fortlaufend überwacht.

Welche großen Trends und Veränderungen lassen sich bei Family Offices in Deutschland beobachten?
Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass die allermeisten Family Offices noch nicht allzu lange existieren. Das hat eine Untersuchung gezeigt. Etwa 70 Prozent der erwähnten 350-450 Single Family Offices wurden seit dem Jahr 2000 gegründet. Einen großen Wachstumsschub gab es in Folge des Vertrauensverlustes in Banken während der Finanzkrise. Aktuell jedoch sticht ein Trend besonders hervor: Immer mehr Single Family Offices werden mittlerweile von der zweiten Generation geführt. Das wirkt sich auch messbar auf die Anlageentscheidungen aus.

Welche Veränderungen der Anlagepräferenzen lassen sich bei Family Offices denn konkret beobachten?
Family Offices investieren nun häufiger in Direktbeteiligungen und arbeiten auch häufiger mit externen Partnern zusammen. Das ist Resultat eines Professionalisierungsprozesses, der nun immer weiter fortschreitet. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Finanzkrise, eine echte Boom-Phase für die Gründungen von Family Offices, noch gar nicht allzu lange her ist – und die Entwicklung langfristiger, professioneller und institutioneller Strukturen braucht einfach ein wenig Zeit.

Erfordert die zunehmende Professionalisierung auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit externen Partnern?
Das ist definitiv der Fall. Die immer weiter professionalisierten Strukturen, vor allem der Investitionsprozesse, führen zwangsläufig zu einer höheren Komplexität. Insgesamt steigt durch die zunehmende Vermögensdiversifikation – bei gleichzeitig wachsendem Vermögen – der administrative Aufwand für Family Offices enorm. Deshalb ist es eine logische Konsequenz, dass immer mehr Tätigkeiten an externe Partner ausgelagert werden. Das betrifft etwa das Vermögenscontrolling und -reporting, aber auch die Beratung in Sachen Recht und Steuern.

Wie unterstützen Sie mit der P&S Vermögensberatungs AG Family Offices?
Wir stehen Family Offices als erfahrener und unabhängiger Partner zur Seite. Übrigens haben wir etwas mit vielen Family Offices gemeinsam: Auch die P&S AG wurde in Folge der Finanzkrise von 2008 ins Leben gerufen. Wir wollten als unabhängige Vermögensverwalter nur dem Interesse unserer Mandanten dienen und tun dies bis heute mit Leidenschaft. Interessenten empfehle ich einen Überblick auf unsere Leistungen für Family Offices zu werfen.

Wünschen Sie eine persönliche und ehrliche Beratung zu den Chancen der Vermögensverwaltung für Unternehmen und Family Offices? Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit!

 


Was bedeutet eine unabhängige Vermögensverwaltung für Unternehmen und Family Offices?

Die P&S Vermögensberatungs AG erarbeitet gemeinsam mit Unternehmen und Family Offices maßgeschneiderte Anlagestrategien und setzt diese fortlaufend um.


Welche Ansprüche sollte eine Vermögensverwaltung für Unternehmen und Family Offices erfüllen?

Die mit dem Vermögensstock verfolgten Zielsetzungen sollen erreicht werden, Anlagerichtlinien müssen eingehalten werden, spezielle bilanzielle Anforderungen müssen beachtet werden, besondere Liquiditätsanforderungen müssen berücksichtigt werden – und die besonderen Bedingungen am Kapitalmarkt, insbesondere die Negativzinsen, müssen im Einklang mit den Anlagezielen Berücksichtigung finden.


Können Unternehmen und Family Offices auch nur einen Teil ihres Gesamtvermögen von der P&S AG verwalten lassen?

Die P&S Vermögensberatungs AG bietet vollumfängliche Konzepte für das nicht betriebsnotwendige Vermögen von Unternehmen unter Berücksichtigung der speziellen Zielvorgaben. Die P&S kann sich hierbei vollumfänglich um diese Vermögensanteile kümmern oder aber ein „Baustein“ im Gesamtkonzept des Unternehmens oder Family Offices werden.


Wie können Unternehmen und Family Offices trotz Niedrigzinsen regelmäßige Einnahmen generieren?

Insbesondere im aktuellen Zinsumfeld und vor dem Hintergrund der zunehmenden Berechnung von Verwahrentgelten auf Kontoguthaben (Minuszins!) bedarf es auf der Suche nach regelmäßigen Einnahmen innovativer Konzepte, wie bspw. unser P&S Cashflow-Konzept. Dabei setzen wir auf regelmäßige Erträge aus Dividendenzahlungen, festverzinslichen Anlagen sowie Optionsprämien. Durch die stetigen Zuflüsse soll eine relativ hohe Unabhängigkeit von den Tageskursschwankungen der einzelnen Wertpapiere entstehen.


Was sind die häufigsten Gründe, warum sich Unternehmen und Family Offices für die professionelle und unabhängige Vermögensberatung der P&S Vermögensberatungs AG entscheiden?

Unsere Kunden freuen sich über die gewonnene Zeit, das reduzierte Haftungsrisiko, die erweiterten Möglichkeiten bei der Geldanlage, vor allem aber über die fachliche Expertise und die Erfahrung unserer professionellen Vermögensverwalter.


Wie läuft die Vermögensverwaltung für Unternehmen und Family Offices ab?

Wir beraten Unternehmen und Family Offices und definieren gemeinsam eine maßgeschneiderte Anlagestrategie mitsamt Investments, die passgenau zu den Wünschen und Zielen des Anlegers passen. Die Strategie wird in detaillierten Verträgen fixiert. Unsere Experten setzen die gemeinsam vereinbarte Strategie dann kontinuierlich um, berichten regelmäßig, und stehen jederzeit für Auskünfte und Anregungen zur Verfügung.


Ich möchte mehr über die unabhängige Vermögensverwaltung für Unternehmen und Family Offices erfahren. Was kann ich tun?

Nehmen Sie hier ganz unverbindlich Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns und helfen Ihnen gerne weiter!



Weiterführende Informationen

„Aktienanleihen und Discountzertifikate“Fachpublikation von Matthias Bohn
„Risikomaße und Risikomessung im Kreditgeschäft“Fachpublikation von Matthias Bohn
„Rating von Vermögensverwaltung“Mitautor Matthias Bohn, Frankfurt School Verlag

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